ess-News

„Alles Wissen und alles Vermehren unseres Wissens endet nicht mit einem Schlußpunkt, sondern mit einem Fragezeichen.“ (Hermann Hesse)



Februar 2018: Definiere dich neu: Mehr Krafttraining, mehr Eiweiß = sexy Muskeln

von Franca Mangiameli 

80 Prozent aller Deutschen fühlen sich zu dick und wollen abnehmen. Davon auch viele Schlanke, die sich an dem einen oder anderen Pfündchen stören. So hungern sie sich mühevoll noch das letzte Speckröllchen herunter – gemäß dem Motto: Hauptsache schlank!  Aber ist einfach nur schlank sein auch immer schön? Und wer sagt, dass schlanke Menschen automatisch auch wenig Körperfett besitzen? Wenn ich durch die Stadt laufe, beobachte ich berufsbedingt Menschen beim Einkaufen oder beim Essen, aber auch ihre Körperform sowie die Körperhaltung nehme ich ins Visier. In meiner eigenen Beobachtungsstudie ist mir aufgefallen, dass es unter den Schlanken zunehmend Teenager und Erwachsene gibt, die immer weniger Muskelmasse besitzen und ohne Körperspannung, mit eingesackten Schultern und krummen Rücken, hinter ihren Füßen herlaufen. Selbst die hübscheste schlanke Person verliert bei einer solchen Haltung ihre attraktive Wirkung. Im Verhältnis zur Muskelmasse, haben solche Menschen einen sehr hohen Körperfettanteil. Wissenschaftler haben die „dicken“ Schlanken, wenn sie dazu auch noch relativ viel verstecktes Bauchfett besitzen „TOFIs“ - Thin Outside, Fat Inside- getauft, zu Deutsch: „außen schlank und innen fett“. Solche TOFIs werden nicht fettfreier vom weiteren Abnehmen. Im Gegenteil, sie würden immer mehr Muskelmasse abbauen und weiter an Form verlieren. An alle sich angesprochenen TOFIs: Richtet euch auf, streicht Diäten aus euren Köpfen und baut lieber eure Muskeln auf. Muskeln sind sexy, sie definieren den Körper, formen und straffen ihn und sorgen für eine tolle selbstbewusste Körperhaltung. Und so geht´s: Für einen effektiven Muskelaufbau brauchen Sie einerseits einen Muskelreiz in Form von Krafttraining und andererseits das richtige „Muskel-Futter“ zum richtigen Zeitpunkt. Durch das Stemmen von Gewichten wird der Muskel besonders „gefräßig“. Das sollten Sie ausnutzen, denn in diesem Zustand nimmt der Muskel sehr effektiv Bausubstanz, also Eiweiß, zum Wachsen auf. Wissenschaftler raten möglichst schnell nach dem Krafttraining, bis maximal eine Stunde danach, 20-25 Gramm hochwertiges Eiweiß zuzuführen. Das beste Eiweiß für schöne Muskeln kommt aus der Milch – das sogenannte Molkenprotein oder unter Profis auch Whey-Protein genannt. Es ist reich an der Aminosäure Leucin, welche den Muskelaufbau steuert. Deswegen sind kohlenhydratarme Eiweißshakes mit einem hohen Anteil an Molkenprotein besonders empfehlenswert. Bei Kuhmilcheiweißallergie eignen sich auch Eiweißpulver auf Sojabasis. Wem Eiweißpulver an sich zu teuer ist, kann auch auf 500 Milliliter magere Milch zurückgreifen oder Sojamilch genießen. Und wer weder Soja, noch Kuhmilch mag,  der sollte zu festen Eiweißquellen, z.B. 125-150 g magerem Fleisch oder Schinken 125-150 g Fisch oder  2-3 Eiern, greifen. Schaffen Sie es 3mal pro Woche alle großen Muskelgruppen zu trainieren, direkt nach dem Training hochwertiges Eiweiß zuzuführen und sich darüber hinaus auch an trainingsfreien Tagen eiweißreich und kohlenhydratarm zu ernähren, dann dürfte ihrer definierten und durchtrainierten Figur im Sommer nichts mehr im Wege stehen. Also, am besten jetzt schon loslegen! 




Januar 2018: Aktuelle Artikel auf Facebook!

Aktuelle Artikel vom essteam finden Sie auf der essteam-Facebook-Seite




März 2017: Hilft Sonne beim Abspecken?

von Franca Mangiameli

Über die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland wiegt zu viel aber noch mehr Menschen haben einen Vitamin-D-Mangel. In den Wintermonaten sind etwa 70 % der Erwachsenen und 80 % der Kinder und Jugendlichen unterversorgt. Sowohl Übergewicht also auch Vitamin-D-Mangel stehen im begründeten Verdacht diverse Störungen im Stoffwechsel zu verursachen und Krankheiten zu fördern: Insulinresistenz, Arteriosklerose, Krebs, Diabetes, Bluthochdruck, um nur ein paar zu nennen. Darüber hinaus verdichten sich zunehmend die Daten, dass Vitamin-D-Mangel möglicherweise zu Übergewicht führt und umgekehrt Übergewicht zu  Vitamin-D-Mangel.

Zwar sind die Mechanismen, wie das eine zum anderen führt nicht geklärt, eindeutig ist aber, dass eine klare Beziehung zwischen beiden Faktoren besteht. Viele Beobachtungsstudien und klinische Experimente in den letzten Jahren haben eindeutig belegt, dass übergewichtige Menschen niedrigere Vitamin-D-Spiegel besitzen als Schlanke. Je mehr Fettmasse vorhanden, desto weniger Vitamin D ist im Blut. Da Vitamin D fettlöslich ist, speichern dicke Menschen es vermehrt im Fettgewebe, wodurch es dem Körper nicht mehr so effizient zur Verfügung steht. Kein Wunder also, dass durch eine Gewichtsabnahme der Vitamin-D-Spiegel erst einmal ansteigt.

Weiterhin begründen Forscher den Vitamin-D-Mangel mit der fehlenden Bewegung übergewichtiger Menschen im Freien sowie deren hautbedeckenden körperumhüllenden Kleidungsstil, selbst im Sommer. Da Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht in der Haut produziert wird, können Betroffene unter solchen Umständen kaum hinreichend von diesem wunderbaren Sonnenvitamin bilden.

Vitamin-D scheint einen regulierenden Effekt auf die Fettverbrennung zu haben. Interessant ist deshalb die Frage, ob eine Gabe von Vitamin D im Rahmen einer Diät die Pfunde besser purzeln lässt. Ein paar wenige Experimente geben zumindest Grund zur Hoffnung: In einer Studie nahmen zum Beispiel Probanden, die Vitamin D bekamen, mehr Gewicht ab, also diejenigen, die nur Placebo schluckten. In einer anderen Diät-Studie fanden Forscher heraus, dass Frauen mit einem höheren Ausgangs-Vitamin-D-Wert besser abspeckten als ihre Kontrahentinnen mit niedrigeren Basiswerten. Der Mechanismus hierzu ist leider noch unklar und bedarf weiterer Forschung. Eine mögliche Erklärung sehen Wissenschaftler im thermischen Effekt von Vitamin D nach einer Mahlzeit. Das bedeutet, dass der Energieverbrauch nach dem Essen bei guter Vitamin-D-Versorgung höher ist, als im Mangelzustand. Zusammen mit Kalzium aus der Nahrung scheint Vitamin D umso mehr die Fettverbrennung zu fördern.

Was bedeutet das für Sie? Noch ist nichts endgültig geklärt. Aber so viel steht fest, wir brauchen aus vielerlei Gründen mehr Vitamin D. Lassen Sie deshalb Ihren Status beim Arzt bestimmen und wenn Sie im Mangel sind und auch noch abnehmen wollen, dann schadet es nicht die Speicher zu füllen und dies geht am besten mit Sonne – also freuen Sie sich auf den Frühling und den Sommer. Und ein paar Glückhormone on top bietet dieses Jahreszeit ja auch noch!   

Literatur: 

Earthman, CP et al.: Review: The link between obesity and low circulating 25-hydroxyvitamin D onentrations: considerations and implications. International Journal of Obesity (2012) 36, 387-396.