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„Alles Wissen und alles Vermehren unseres Wissens endet nicht mit einem Schlußpunkt, sondern mit einem Fragezeichen.“ (Hermann Hesse)



März 2017: Hilft Sonne beim Abspecken?

von Franca Mangiameli

Über die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland wiegt zu viel aber noch mehr Menschen haben einen Vitamin-D-Mangel. In den Wintermonaten sind etwa 70 % der Erwachsenen und 80 % der Kinder und Jugendlichen unterversorgt. Sowohl Übergewicht also auch Vitamin-D-Mangel stehen im begründeten Verdacht diverse Störungen im Stoffwechsel zu verursachen und Krankheiten zu fördern: Insulinresistenz, Arteriosklerose, Krebs, Diabetes, Bluthochdruck, um nur ein paar zu nennen. Darüber hinaus verdichten sich zunehmend die Daten, dass Vitamin-D-Mangel möglicherweise zu Übergewicht führt und umgekehrt Übergewicht zu  Vitamin-D-Mangel.

Zwar sind die Mechanismen, wie das eine zum anderen führt nicht geklärt, eindeutig ist aber, dass eine klare Beziehung zwischen beiden Faktoren besteht. Viele Beobachtungsstudien und klinische Experimente in den letzten Jahren haben eindeutig belegt, dass übergewichtige Menschen niedrigere Vitamin-D-Spiegel besitzen als Schlanke. Je mehr Fettmasse vorhanden, desto weniger Vitamin D ist im Blut. Da Vitamin D fettlöslich ist, speichern dicke Menschen es vermehrt im Fettgewebe, wodurch es dem Körper nicht mehr so effizient zur Verfügung steht. Kein Wunder also, dass durch eine Gewichtsabnahme der Vitamin-D-Spiegel erst einmal ansteigt.

Weiterhin begründen Forscher den Vitamin-D-Mangel mit der fehlenden Bewegung übergewichtiger Menschen im Freien sowie deren hautbedeckenden körperumhüllenden Kleidungsstil, selbst im Sommer. Da Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht in der Haut produziert wird, können Betroffene unter solchen Umständen kaum hinreichend von diesem wunderbaren Sonnenvitamin bilden.

Vitamin-D scheint einen regulierenden Effekt auf die Fettverbrennung zu haben. Interessant ist deshalb die Frage, ob eine Gabe von Vitamin D im Rahmen einer Diät die Pfunde besser purzeln lässt. Ein paar wenige Experimente geben zumindest Grund zur Hoffnung: In einer Studie nahmen zum Beispiel Probanden, die Vitamin D bekamen, mehr Gewicht ab, also diejenigen, die nur Placebo schluckten. In einer anderen Diät-Studie fanden Forscher heraus, dass Frauen mit einem höheren Ausgangs-Vitamin-D-Wert besser abspeckten als ihre Kontrahentinnen mit niedrigeren Basiswerten. Der Mechanismus hierzu ist leider noch unklar und bedarf weiterer Forschung. Eine mögliche Erklärung sehen Wissenschaftler im thermischen Effekt von Vitamin D nach einer Mahlzeit. Das bedeutet, dass der Energieverbrauch nach dem Essen bei guter Vitamin-D-Versorgung höher ist, als im Mangelzustand. Zusammen mit Kalzium aus der Nahrung scheint Vitamin D umso mehr die Fettverbrennung zu fördern.

Was bedeutet das für Sie? Noch ist nichts endgültig geklärt. Aber so viel steht fest, wir brauchen aus vielerlei Gründen mehr Vitamin D. Lassen Sie deshalb Ihren Status beim Arzt bestimmen und wenn Sie im Mangel sind und auch noch abnehmen wollen, dann schadet es nicht die Speicher zu füllen und dies geht am besten mit Sonne – also freuen Sie sich auf den Frühling und den Sommer. Und ein paar Glückhormone on top bietet dieses Jahreszeit ja auch noch!   

Literatur: 

Earthman, CP et al.: Review: The link between obesity and low circulating 25-hydroxyvitamin D onentrations: considerations and implications. International Journal of Obesity (2012) 36, 387-396.




Januar 2016: Endlich Nichtraucher und trotzdem schlank!

von Franca Mangiameli 

Die Feiertage sind vorbei, das neue Jahr hat begonnen und die Vorsätze für 2012 sind schriftlich oder zumindest in Gedanken festgehalten. Die einen wollen abnehmen, die anderen mehr Sport treiben und viele nehmen sich vor endlich mit der Qualmerei aufzuhören – wenn da nicht die Sache mit dem Gewicht wäre. Aus Angst zuzunehmen halten viele dann doch am Glimmstängel fest. Studien zeigen, dass etwa 75 % der Ex-Raucher an Gewicht zulegen. Im Durchschnitt sind es 5 Kilo, das meiste davon wird innerhalb der ersten 6 Monate zugenommen, wobei Frauen anscheinend mehr zunehmen als Männer. Interessanterweise haben zwar Raucher statistisch gesehen ein geringeres Gewicht als Nichtraucher, aber sie neigen dazu mehr Bauchfett zu bilden, was weder optisch noch medizinisch gesehen von Vorteil ist. Bauchfett ist stoffwechselaktiv und kann Erkrankungen wie Insulinresistenz, Diabetes, Bluthochdruck fördern. Man vermutet, dass die höhere Ausschüttung des Stresshormons Cortisol die Bildung von Bauchfett fördert.

Nikotin erhöht den Energieverbrauch um etwa 10 %, vor allem direkt nach dem Rauchen. Außerdem scheint Nikotin auch positiv auf das Sättigungshormon Leptin zu wirken. Weniger Appetitempfinden und Hungergefühle quälen den Raucher und folglich isst er weniger. Hört er schließlich mit dem Rauchen auf, steigt der Appetit und der Energieverbrauch sinkt, was unter dem Strich zu einem Kalorienüberschuss von bis zu 200 kcal pro Tag führen kann. Dies  erklärt auch den rasanten Gewichtsanstieg in dieser relativ kurzen Zeit. Dennoch, die Gewichtszunahme sollte keineswegs ein Argument für das Weiterqualmen sein, denn rauchen ist und bleibt ungesund. Raucher haben ein etwa 20-30fach höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, als Nichtraucher. Darüberhinaus sind nikotinfreie Küsse schmackhafter und auch gesünder für die Partnerschaft. Alles Gründe, um dem Glimmstängel endgültig den Kampf anzusagen! Sollte dies Ihr Vorhaben für 2012 sein, dann fangen Sie parallel an Ihren Lebensstil anzupassen, sprich: bewegen Sie sich mehr und essen Sie eiweiß- und ballaststoffreich. 




März 2012: Kaffee macht gute Laune und noch mehr

von Franca Mangiameli 

 

Während für die einen das morgendliche Kaffee-Ritual ein reiner Genussakt darstellt, ist er für viele andere ein Notwendiges, um überhaupt das Gehirn von Schlaf- auf Wachzustand umzuswitchen. Und wer so gar nicht in die Gänge kommt, der kippt schon mal 3-4 Tassen Kaffee alleine morgens herunter, in der Hoffnung den Tag zu überstehen. Möglicherweise fühlen Sie sich angesprochen und erwarten in den nächsten Zeilen das zu lesen, was  Sie schon längst glauben zu wissen – nämlich, dass zu viel Kaffee ungesund ist und es besser für Ihre Gesundheit wäre, etwas weniger davon zu konsumieren. Dies zu schreiben wäre jedoch glatt gelogen. Bis heute schwirrt in unseren Köpfen die Annahme, dass zu viel Kaffee den Blutdruck in die Höhe treibt. Das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Meta-Analyse konnte diesen Zusammenhang jedoch nicht eindeutig bestätigen. Eine blutdrucksteigernde Wirkung von bis zu 3 Stunden wurde zwar bei Gelegenheitstrinkern mit Bluthochdruck direkt nach dem Genuss von Kaffee beobachtet, allerdings war dieser Effekt bei regelmäßigen Kaffeekonsumenten nicht mehr vorhanden. Stellt man die vielen positiven Effekte von Kaffee der „blutdrucksteigernden“ Wirkung entgegen, so überwiegen diese eindeutig.

Verantwortlich für die Gesundheitseffekte werden das Koffein sowie der hohe Anteil antioxidativ wirkender Polyphenole gemacht. Moderater Kaffeekonsum von 3-4 Tassen pro Tag kann, vorausgesetzt er wird ohne Zucker getrunken, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen signifikant senken, genauso das Risiko für Typ-2-Diabetes, durch Verbesserung der Insulinwirkung. Neuere Studien zeigen sogar ein um 13 % reduziertes Risiko für Hirninfarkt bei moderatem Kaffeegenuss.

Aber das ist noch nicht alles: Ein relativ junges Forschungsgebiet ist die Untersuchung von Kaffee hinsichtlich seiner Wirkung auf´s Gemüt. Hierzu ist Ende 2011 eine Studie veröffentlicht worden, für die insgesamt 50.739 Frauen ohne Depressionen über eine Zeit von 10 Jahren beobachtet und regelmäßig bezüglich ihres Kaffeekonsums befragt wurden. Am Ende der Studie  erkrankten 2607 der Teilnehmerinnen an einer Depression. Betroffen waren vor allem jene Frauen, mit dem geringsten Kaffeekonsum von maximal einer Tasse pro Woche. Frauen mit dem höchsten Kaffeekonsum von 4 Tassen und mehr pro Woche, hatten dagegen ein um 20 % gesenktes Risiko depressiv zu werden. Wissenschaftler vermuten, dass die kurzfristige, aufhellende Wirkung von Kaffee mit der veränderten Serotonin –und Dopamin-Aktivität zu tun haben könnte. Dagegen ist der langfristige positive Effekt auf´s Gemüt auf die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Kaffee zurückzuführen.

Lieber Leser, bleiben Sie gesund und das bei bester Laune: Trinken Sie Kaffee!

 

 

 

Literatur:

Floegel A et al.: Coffee consumption and risk of chronic disease in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Germany study. Am J Clin Nutr. 2012 Feb 15.

 Larsson SCOrsini N.:Coffee consumption and risk of stroke: a dose-response meta-analysis of prospective studies. Am J Epidemiol. 2011 Nov 1;174(9):993-1001. Epub 2011 Sep 13.

 Mesas AE et al.:The effect of coffee on blood pressure and cardiovascular disease in hypertensive individuals: a systematic review and meta-analysis. Am J Clin Nutr. 2011 Oct;94(4):1113-26. Epub 2011 Aug 31.

Patil HLavie CJO'Keefe JH. Cuppa joe: friend or foe? Effects of chronic coffee consumption on cardiovascular and brain health. Mo Med. 2011 Nov-Dec;108(6):431-8.

Lucas M. et al.: Mid-America Heart Institute, Saint Luke's Hospital, Kansas City, USA.

Coffee, caffeine, and risk of depression among women. Arch Intern Med. 2011 Sep 26;171(17):1571-8.